Heute hat uns eine interessante Frage zum Bürgerentlastungsgesetz erreicht. “Wir wirken sich eigentlich Beitragsrückerstattungen auf die steuerliche Abzugsfähigkeit meiner Krankenversicherungsbeiträge aus?”

Die Antwort ist recht einfach und dennoch möchten wir das Thema etwas ausführlicher beleuchten. Am 10.07.2009 hatte der Bundesrat dem Gesetzentwurf zum Bürgerentlastungsgesetz zugestimmt. Um die Bürger finanziell weiter zu entlasten wurde beschlossen das Beiträge zur Krankenversicherung ab 2010 steuerlich wesentlich stärker berücksichtigt werden, als dies bisher der Fall war.

Bisher wurden Krankenversicherungsbeiträge im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen berücksichtigt. Arbeitnehmer konnten hier jedoch maximal einen Betrag von 1.500 Euro pro Jahr geltend machen. Wer die Versicherungsbeiträge komplett selbst getragen hatte (Bsp.: Selbständige) konnte einen Betrag von 2.400 Euro steuerlich absetzen. Mit diesen Summen konnten gutverdienende Arbeitnehmer jedoch nur einen Bruchteil der gezahlten Krankenversicherungsbeiträge von der Steuer absetzen.

Seite 2010 gibt es für die Krankenversicherung nun keine fixe Grenze mehr, die Abzugsmöglichkeiten sind nun wie folgt formuliert:

“Ab 2010 werden alle Beiträge des Steuerpflichtigen für sich oder eine ihm gegenüber unterhaltsberechtigte Person (z. B. seinen Ehegatten sowie seine Kinder) zu einer Basiskranken- und Pflege-Pflichtversicherung berücksichtigt. Einen Höchstbetrag gibt es nicht, so dass alle vom Steuerpflichtigen tatsächlich aufgewandten Beiträge als Sonderausgaben angesetzt werden können.”

Und der Knackpunkt bezüglich der oben gestellten Frage ist hier das Wort “tatsächlich”. Denn erhält man eine Beitragsrückerstattung, weil man für einen bestimmten Zeitraum gegenüber der privaten Krankenversicherung leistungsfrei geblieben ist, so bekommt man ja einen Teil des zuvor tatsächlich bezahlten Beitrags wieder gutgeschrieben.

Und hier nun die Antwort auf die Frage: Die Beitragsrückerstattung (=Gutschrift) mindert den steuerlich möglichen Abzugsbetrag im Rahmen des Bürgerentlastungsgesetz.

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