Nachdem der AWD im Juli einen Rechtsstreit gegen den Mitbewerber DVAG verloren hatte und sich seitdem nicht mehr als unabhängiger Finanzoptimierer bezeichnen darf, gibt es nun neue Gewitterwolke über der Firmenzentrale in Hannover. So musste das Unternehmen, das zwischenzeitlich der Swiss Life gehört und nun mit dem Werbeslogan “Ihr persönlicher Finanzoptimierer” wirbt, im ersten Halbjahr einen Verlust von 10,3 Millionen Euro verzeichnen. Im Vorjahrzeitraum konnte man hingegen noch einen Gewinn von 27,2 Millionen erwirtschaften. Besonders das schwache Auslandsgeschäft in Österreich und Großbritannien hat einen großen Anteil am eingefahrenen Verlust.
Aber auch das heimische Kapitalanlagengeschäft ist aufgrund der weltweiten Finanzkrise weit weniger gut gelaufen als in den Vorjahren. Nur im Bereich der Altersvorsorge konnten Zuwächse verzeichnet werden, die aber nicht zu einer vollständigen Kompensation des Verlustes ausreichten.
Durch diese Entwicklung wird nun auch die Halbjahres-Bilanz der Konzernmutter Swiss Life belastet. Zwar konnte die Swiss Life Ihren Gewinn um 13% steigern verfehlte aber dennoch die Erwartungen der Analysten.
Um die Wettbewerbsfähigkeit wieder zu erhöhen, hat sich die Swiss Life nun bis 2012 ein radikales Kostensenkungsprogramm verordnet. So sollen rund 260 Millionen Euro eingespart werden, allein ein Viertel davon, also 65 Millionen Euro sollen bei der Tochter AWD eingespart werden.
So wurde im Frühjahr schon damit begonnen, die Sponsoringausgaben drastisch zu kürzen. Neben dem Ausstieg beim Bundesligisten Eintracht Frankfurt wurde auch das Sponsoring beim DFB-Pokal beendet.
Man darf also gespannt sein, ob auch die AWD-Arena in Hannover bald Ihren Namensgeber verliert.

Oktober 9th, 2009 at 21:17
Ganz schön formuliert – super.
Oktober 15th, 2009 at 06:42
Mit diesem Thema trefft ihr genau den Punkt
November 4th, 2009 at 12:45
Der Sache sollte man auf den Grund gehen